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Vernunft und Geist

"Gott hat uns unseren Verstand als Führer gegeben. Das schliesst aber nie die stille Mitwirkung seines Geistes aus."

John Wesley (1703 - 1791)

Veränderungen

Liebe LeserInnen! Mitte August 2014 begann für euch eine neue Pfarrerfamilie in eurer Gemeinde zu wirken. Das bedeutet Veränderung und ist nicht unbedingt einfach. Auch für uns als Pfarrfamilie ist es eine Veränderung, in einer neuen Umgebung wohnen, nach dem Verlassen von vielen lieben Menschen nun eine neue Gemeinde mit neuen Leuten kennen und lieben lernen, dies ist eine Herausforderung. Wie gehen wir mit dieser Veränderung um?

 

Veränderungen können befreiend wirken, wenn sich etwas lösen, Situationen besser werden und zur Freude führen. Wenn aber Veränderung ins Schwere und Schwierige hinein führt, kann es belastend werden.

 

Die einen lieben die Veränderung, den anderen graut davor. Wie geht es euch damit? Alle müssen aber dem beipflichten, dass Veränderungen zum Leben gehören, sonst wären wir nicht lebendige Wesen und wohltuend bewegliche einfühlsame Christen.

 

Als Jesus in den Himmel fuhr, war da für die Jünger ein beklemmendes Gefühl im Raum. Aber Gott wollte diesem Gefühl mit seiner Zusage und schlussendlich mit dem Schenken des Heiligen Geistes begegnen. Trotzdem, dass seine NachfolgerInnen Jesus nicht mehr sahen, sollte dieser Geist Trost sein und zugleich eine spürbare Kraft. Die Christen erlebten, wie dieser Geist Gottes sie begleitete, ermutigte und die Gegenwart Gottes spüren und erfahren liess. Die Veränderung, welche durch die Kreuzigung Jesu sich zirka eineinhalb Monate (50 Tage) vorher manifestierte, hatte Jesu Jünger fast zerrrissen. Aber sie durften erleben, dass Gott sie darin führte und nicht im Stich liess. Es musste nun anders weitergehen in ihrem Leben und Glauben. Aber durch die Gegenwart von Gottes Geist, wurde dieses andere Vorwärtsgehen möglich.

 

Mit diesem Geist Gottes möchte ich in allen Situationen rechnen! Dieser Heilige Geist will uns in all den Veränderungen, welche die neue Dienstzuweisung für euch als Gemeindeglieder und uns, die neue Pfarrfamilie, bringt, helfend und fruchtbringend zur Seite stehen. Dieser Geist kann trösten, Gottes Geist kann im „Sterben“ Neues und Gutes wachsen lassen. Er kann schenken, dass in allem was neu wird, wo man anders spricht, anders fühlt, anders hört, neue Akzente spürt, dass wir dort erleben, dass Gott wirkt, Übersetzungsarbeit wirkt. Denn der Heilige Geist hatte auch an Pfingsten geschenkt, dass Menschen die Jünger verstanden, auch wenn sie aus ganz verschiedenen Ländern und Kulturen kamen.

 

Mit dieser fruchtbaren Gegenwart Jesu will ich in allen Veränderungen hoffnungsvoll leben und rechnen! Sie auch?

 

Hier noch Impulse durch drei Zitate von Persönlichkeiten, welche das Thema der Veränderung aufnehmen:

 

Der Veränderung die Tür versperren hiesse das Leben selber aussperren. (Walt Whitman) Grosse Veränderungen in unserem Leben können eine zweite Chance sein. (Harrison Ford)

 

Jesus spricht: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht! (Matthäus 24, 35)

 

Euer Urs Ramseier, Pfarrer

Karfreitag, etwas Schreckliches. - Aber trotzdem gehen Türen auf! Und Ostern ist der Höhepunkt!

Mich hat ein Bild von der EMK-lerin Esther Rieser aus Herisau zum Nachdenken über Karfreitag gebracht. Offene Türen fallen mir auf. - Vorerst wurde Jesus zwar mit Palmen und Jubel empfangen. Aber schon ein paar Tage später wird er gefoltert und hingerichtet. Eine verrückte schreckliche Welt kommt zum Vorschein!

 

Trotzdem behaupte ich, an Karfreitag immer noch geöffnete Türen zu entdecken. Ich merke, dass die Augen und Gefühle manchmal trügen und nicht alles zeigen können.

 

An Karfreitag bis heute feiern die Juden Pessach. Sie erinnern sich daran, wie Gott ihr Volk nach bedrückenden Zeiten der Sklavenarbeit in Ägypten, aus den Fängen des Tyrannen Pharao befreite. Nach langer Zeit der Bedrückung etwas Eindrückliches. Hürden und Schweres können, trotz allem, sich öffnende Türen werden, zeigt sich hier! Im Bild gesprochen: Zugefrorene oder verschweisste Türen mag Jesus sprengen. Dies auch in deinem und in aller Menschen Leben!

 

Als Jesus am Kreuz starb, sind offene Türen in den biblischen Berichten zu beobachten. Nach Jesu Sterben wird bei Matthäus beschrieben, wie der Tempelvorhang (die Abtrennung für normale Menschen zum heiligsten Bereich im Tempel) zerriss. Dies wird zum Zeichen, dass der Zugang zu Gott nicht mehr versperrt sondern geöffnet ist. - Gerade Schuld und Sünde trennen uns so oft vom heiligen Gott und von guten Beziehungen zu Menschen. Das Ereignis von Karfreitag will diese geschlossenen Türen helfen zu öffnen. Darum will unser Gott durch seine Vergebung, die er durch sein Kreuzesgang erwirkte, den Zugang zum heiligen, realen und erfahrbaren Gott wieder ermöglichen und öffnen. Kein Gott der ganzen Welt tut so viel für seine Menschen. Da kann ich nur sagen „Gott sei Dank!“

 

Auch durch die Aussage Jesu am Kreuz erfahre ich geöffnete Türen. Mitten im Öffnen der Tore der Gewalt, öffnet Jesus eine Tür des Friedens mit der wohltuenden Aussage: „Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“ Er setzt dem Bösen etwas anderes entgegen. Das ist überwältigend!

 

Sündenvergebung vom Kreuz her öffnet Türen zu Gott und Menschen! Das Leben wird sinnvoll und ein Neuanfang ist möglich!

 

Nehmen wir diese wohltuende geöffnete Tür wahr? Auch nach dem Aushauchen des letzten Atemzuges Jesu, erzählt das Markusevangelium, kann ein mitbeteiligter Hauptmann plötzlich glauben. Er bekennt beeindruckt: „Dieser war wahrhaftig Gottes Sohn!“ Die durch Unglauben und Zweifel verschlossene Tür dieses Mannes öffnet sich. Da entstehen ein überzeugter Glaube und ein Vertrauen gegenüber Jesus als Sohn Gottes.

 

So möge unser Gott auch euch in dieser Karfreitags- und Osterzeit viele wohltuende geöffnete Türen schenken - offene Türen zu unserem Gott, zu Menschen und in verschiedenen Lebenssituationen. Lassen wir doch diesen Jesus an uns wirken!

 

Euer Urs Ramseier, Pfarrer

Impulse von Christen aus Jericho

Nicht aufgeben, auch wenn‘s Hindernisse gibt.
Im April 2015 besuchten Hanni und ich mit einer Gruppe Israel. Jedes Mal wenn wir dort eine Gruppe führen, bauen wir nebst Bekanntem meist 2-3 Punkte im Programm ein, die auch für uns ganz neu sein werden.

 

Dieses Mal wollten wir die Institution „Seeds of Hope“ (Samen der Hoffnung) in Jericho besuchen. Sie wurde vom Palästinenser und ehemaligen Scharfschützen der PLO Tass Saada gegründet, der nach seiner Bekehrung zum Judenfreund gewordenen ist.

 

„Wird dies wohl etwas, sein, das wir ein anderes Mal wieder ins Programm aufnehmen können, weil es die Teilnehmenden angesprochen hat?“, war die spannende Frage?

 

Das Werk liegt im Palästinensergebiet. Mit Mietautos dürfen wir da nicht hinein. Also machten wir mit einem Palästinensischen Kleinbus von „Seeds of hope“ ab, der uns an der Grenze bei Jericho abholte. Doch den abgemachten Parkplatz gleich an der Grenze fanden wir nicht. Wir suchten, telefonierten mit dem Handy mit dem zu besuchenden Haus, bis wir den Punkt finden konnten. Da lernten wir, dass es sich lohnt zu suchen, bis man findet, auch wenn etwas im ersten Moment nicht klappt. Diese Lebensart konnten wir in diesen Wochen immer wieder bei Juden und Palästinensern entdecken.

Evangelium leben bevor reden

In Jericho beim Haus für Jugendliche und einem Kindergarten angekommen, wurden wir herzlich empfangen, sahen kurz den Gründer Tass, hörten von seiner eindrücklichen Geschichte und Bekehrung. Davon, wie er im Ausland nach einer Begegnung mit einem vornehmen Amerikaner nach 13 Jahren Kundschaft in Tasses Hotel hörte, warum dieser ihm so offen und herzlich begegnete. Dieser glaubte an Jesus. Zuerst wehrte sich der ehemalige PLO Scharfschütze gegen Christus. Aber mit der Zeit konnte er Ihn in sein Leben aufnehmen.

 

Da spürte er (unter Anderem) in seinem Innern, dass Gott wollte, dass er wieder nach Israel/Palästina zurückkehre. Nebst dem, dass er mit einem befreundeten messianischen Juden in der Welt Vorträge hält, und dabei bezeugt, dass ein Friede zwischen Erzfeinden durch Jesus Christus möglich sei, spürte er, dass er in Jericho etwas für die Leute tun solle.

 

Ideen und Aktivitäten können aus Liebe durch Christus wachsen!

Weil viele dort nicht in die Schule können, wegen politischem Tumult, weit verbreiteter Armut und Arbeitslosigkeit, gründete er dort einen Kindergarten. Für die dortigen Familien ist es zum Teil schwierig, ihren Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen. „Seeds of Hope“ bietet den Kindern Jerichos eine qualitative Schulbildung in einer durch Christus wohltuenden Atmosphäre. Dort sollen sie Beschäftigung und ein friedliches Miteinander-Umgehen erleben. Durch das Lernen von Englisch erhalten sie eine Weltoffenheit. Beim Miteinander-Leben, sollen sie die biblischen Prinzipien wie die Nächstenliebe verstehen und Hass abbauen lernen, Fairness und Respekt für einander soll wachsen. Dies ist das Ziel der Lehrer.

 

Junge sollten mit dem Computer umgehen lernen und die Eltern ebenso, so wurde dort auch eine Computerschule integriert. Als Tass merkte, dass die Jugendlichen herumhängen, haben sie ein paar Sportclubs gegründet (Fussball für Jungs, Basketball für Mädchen), damit die Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung finden. Der neuste Traum von Tass ist, eine gedeckte Sporthalle in Jericho zu bauen, die es in Jericho auch bei 42 °C Hitze ermöglicht Sport anzubieten, ohne gleich von der Hitze erdrückt zu werden.

 

In Jerusalem wurde auch eine Schule gegründet, wo Moslems, Juden und Christen miteinander in die Schule gehen. Gerade letzthin nahmen auch die Eltern eines muslimischen Schülers teil. Ohne ein Wort seitens der Lehrer ging eine der jüdischen Familien auf sie zu und lud diese Familie ein, mit ihr in den Zoo zu gehen! Das ist wahrlich ein Zeugnis dafür, wie Gottes Liebe uns ein mitfühlendes Herz für einander gibt, wie Er uns alle zusammenbindet und Harmonie schafft.

 

Tass und sein Team wollen bei der Schaffung von Arbeitsplätzen mithelfen. Deshalb haben sie z.B. auch das „Green Valley“ Restaurant übernommen und einen Souvenirshop eingebaut und bieten dort köstliche Mahlzeiten an und damit zugleich Arbeitsstellen, damit die Familienväter sichere Einkünfte finden. Oder sie helfen für das rare Wasser Wasserbrunnen zu schaffen oder vermitteln zusammen mit Regierungsorganisationen Mikrokredite und Unternehmenspartnerschaften, um Betriebe aufzubauen. Mit Nahrungsmittelverteilung werden Arme unterstützt oder Rollstühle bei Leuten verteilt, die sich das nicht leisten können.

 

Mit den Landwirten zusammen baut „Seeds of hope“ vor Ort Dattel- und Hühnerfarmen auf, die ein Einkommen für Familien bieten und zugleich ermöglichen, einheimische Produkte und Fleisch zu einem angemessenen Preis an die Gemeinschaft zu verkaufen. Mit Hilfe von Organisationen wie Seeds of Hope, werden diese Möglichkeiten von einem Traum zur Realität. Auch ein Wasserprogramm haben sie aufgebaut. Zum einen wollen sie in diesem wasserarmen Land von ihren gefundenen ergiebigen Wasserquellen mit Leuten in der Gegend teilen. Parallel zum Wasserabfüllprogramm wollen sie das „lebendigen Wasser“ von Jesus, der Hoffnung bringt, in einem Lebenszentrum mit Gebetshaus und einer Jüngerschaftsschule, anbieten.

 

Ich habe gestaunt über das Leben, die Begeisterung und das Engagement dieser Christen, die sich zum Wohl der Menschen dort in Jericho und der Westbank aus dem Glauben an Jesus Christus heraus einsetzen. Das hat uns nachdenklich gemacht, beeindruckt, erfreut und das Herz bewegt.

DER SAME DER HOFFNUNG – SEEDS OF HOPE

Das Signet dieser Werkes von Tass Saada besteht aus einem Herz und einer kleinen grünen Pflanze.

Die Liebe (Herz), mit welcher diese Christen dort am Werk sind, die haben wir gespürt. Dass daraus etwas wachsen kann (grüne Pflanze), das eine Veränderung in diese Gegend bringt, das glauben wir, wenn wir die Atmosphäre des Hauses in Jericho spüren und erleben und unterstützen diese Christen im Gebet.

 

Dieses Wirken Gottes in unserem Leben, dass es zur Tat wird, zu Liebestaten und eine Begeisterung für Menschen entsteht, das wünsche ich mir für mich und für euch alle!

 

Mit fröhlichen Grüssen Urs Ramseier, Pfarrer

United Methodist Church